Projekte

Besucherzentrum der Europäischen Kulturhauptstadt Chemnitz 2025

Ort
Chemnitz
Nutzung ab 2024
Besucherzentrum der Europäischen Kulturhauptstadt Chemnitz 2025, Veranstaltungshalle/Verwaltung
Nutzung (historisch) 1864
Fabrikhalle des Werkzeugmaschinenbaus der Richard Hartmann AG zu Chemnitz
Leistung
Gestaltung am Bau, Lichtkonzept (planungsbegleitend Ingenieurbüro, GU), Planung Innenarchitektur LP 2 – 8 (Sonderbau Tischler, Metall, Gastrotechnik, Leuchten Halle, Innenraumbegrünung, Möblierung, Taktiles Orientierungssystem, Grafikdesign: Geschichte des Ortes)
Gesamtfläche
1 800 m²
Zeitraum
2021 – 2024
Frontale Ansicht: rote Kranbahn über Theke, seitliche Treppe

Die Sanierung einer historischen denkmalgeschützten Industriehalle planerisch zu begleiten, war ein glücklicher Umstand. So konnten wir maßgebende Entscheidungen zu Oberflächen, Ausbaumaterialien als auch besonderen Bauelementen herbeiführen. Dies war möglich durch die Zusammenarbeit mit einem Team von Bau- und Technikplanern und einem überaus engagierten Bauherren.

Parallel wurde das innenarchitektonische Konzept für die Nutzung als Besucherzentrum entwickelt, Nutzungsszenarien herausgearbeitet. Erhalten der historischen Raumstruktur im Atrium und EG-Bereich, Schaffen von Büro-Nutzflächen im OG: Wir konnten mit unserem Entwurf überzeugen, die historische Bausubstanz mit zeitgemäßen Bauelementen, welche der neuen Funktion dienen, zu ergänzen: Vorgesetzte Aluminiumportale für Hauptzugänge aussen und WC-Zugang innen.

Das innenarchitektonische Konzept wurde für die Nutzung als Besucherzentrum entwickelt und steht in einem spannenden Kontext zur historischen Bausubstanz. Die Funktion und gestalterische Qualität wirkt eigenständig. Die besondere Atmosphäre im Atrium mit Sheddach galt es bindend zu erhalten.

Offener Veranstaltungsraum mit Bestuhlung, Regalen und Kranbahn

Die Einbauten mit einer max. Höhe von 3 m ordnen sich den Raumhöhen unterhalb der Empore von 6 m unter, sind aber im Volumen kompakt, so dass ein interessantes Zusammenspiel von Bestand und Einbau entsteht. Der horizontale farbige Tresen spielt im Linien- und Farbenkontext in Bezug zum historischen Kran eine besondere Rolle im Raum.

Herausforderung war die Planung aller Funktionen wie Servicebereich, Shop, Backstage, Lounge und Bar als reversible Bauteile. Es entstand so eine höchst ökologische Materialanwendung: alle Bauteile sind zerlegbar und nach Stoffklassen trennbar. Diese Forderung ergab sich aus dem Sachverhalt, dass das Besucherzentrum eine Nutzung als Mietobjekt durch die Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025 gGmbH für eine begrenzte Dauer erfährt.

Die Materialität wurde zeitgemäß und wirtschaftlich gewählt: 3-Schichtplatten, durchgefärbtes MDF und Stahl. Akzent bildet dabei ein Orangeton – abgeleitet von der genormten Industriefarbe des Krans. Hier wurde ein farbiges lichtdurchlässiges Acryl gewählt, welches im Tresen als auch im Orientierungssystem zum Einsatz kommt. Abgerundet wird das Farbspiel durch warmrote Akustikvorhänge.

Blick von oben auf rote Kranbahn und umlaufende Büros
Loungebereich mit runden Leuchten, Pflanzenwand und Sitzgruppen
Detail Draufsicht: runde Tische, Sitzschalen mit farbigen Kissen
Stuhl-Depot hinter transluzenten Paneelen, orangefarbener Innenraum
Zonierung mit orangefarbenen Vorhängen zwischen Stützen
Rotes Info-Schild an Holzelement, Detail